Was ist Judo?

Geschichte
Judo bedeutet übersetzt "sanfter Weg". Der Begründer der Sportart ist Professor Jigaro Kano. Er entwickelte im Jahr 1882 aus Stilen des JuJutusu das heute bekannt Judo, indem er alle gefährlichen Elemente entfernte. Die übrig gebliebenen Wurf-, Festhalte-, Hebel- und Würgetechniken erlaubten einen sportlichen Zweikampf, ohne schwerwiegende Verletzungen befürchten zu müssen. Um seine Lehre zu verbreiten, gründete Kano den Kodokan. Hierbei handelt es sich um eine Schule, welche heute in Tokio zu finden ist und welche noch immer die ursprüngliche Form des Judo lehrt.

Nach Deutschland kam Judo im Jahr 1906, als japanische Kriegsschiffe Kiel besuchten. Die Gäste präsentierten ihre Kampfkünste dem Deutschen Kaiser, welcher begeistert seine Kadetten in dieser Kunst ausbilden lies. Bis zum endgültigen Durchbruch des Judo dauerte es allerdings noch ein paar Jahrzehnte. Nachdem es 1922 erste Meisterschaften gab und nach dem zweiten Weltkrieg die Ausübung von Judo bis 1948 durch die Alliierten verboten war, wurde 1953 der Deutsche Judobund gegründet. Heute unterstehen dem Bund 18 Judolandesverbände, welche die regionalen Meisterschaften organisieren und die regionalen Kampfrichter- und Gürtelprüfungsordnungen stellen.

 

Jigaro Kano

 

Kampf
Der Kampf im Judo findet auf einer 8x8 Meter großen Matte statt. Es gibt einen Mattenkampfrichter, der auch Hauptkampfrichter ist, sowie zwei zusätzliche Kampfrichter, die an gegenüberliegenden Seiten der Matte sitzen. Die Kampfzeit beträgt 5 Minuten. Ziel des Kämpfers ist die Erlangung eines Ippon (ganzer Punkt), wodurch der Kampf siegreich beendet wird. Dieser Ippon kann durch die saubere Ausführung eines Wurfs, das Halten eines Festhalters über 25 Sekunden oder durch die Aufgabe des Gegners aufgrund von Hebel- oder Würgetechniken erlangt werden. Zusätzlich gibt es Wertungen für die nicht ganz saubere Durchführung eines Wurfes oder das Halten eines Festhalters für weniger als 25 Sekunden. Diese Wertungen heissen Yuko (technischer Vorteil) und Waza-ari (halber Punkt).  Sofern kein Kämpfer einen Ippon erreichen konnte, zählen diese Wertungen am Ende der 5 Minuten. Die Regel hierbei lautet, dass eine beliebige Anzahl kleinerer Wertungen nie mehr als eine höhere Wertung sein kann (Beispiel: Ein Waza-ari übertrifft eine beliebige Anzahl von Yuko).
Zusätzlich können die Kampfrichter Strafen aussprechen. Diese heissen Shido und Hansokumake. Der Hansokumake hat die sofortige Niederlage des Kämpfers zur Folge. Ein Hansokumake wird beim vierten Aussprechen eines Shido verhängt, kann aber auch direkt ausgesprochen werden. Dann wird der Kämpfer vom aktuellen Turnier ausgeschlossen.

 

Kampf