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Techniken

Judotechnik (Waza)

Im Judo gibt es keine Schlag- und Tritttechniken. Stattdessen wird versucht, den Partner mit Wurf-, Festhalte-, Hebel- und Würgetechniken zur Aufgabe zu bringen. Die Wurftechniken lassen sich hierbei in Hüft-, Hand-, Fuß- und Opferwürfe gliedern. Um die Verletzungsgefahr bei diesen Würfen zu reduzieren, durchschreitet jeder Judoka am Anfang seiner Laufbahn die Fallschule. Hier lernt er das Fallen nach vorn, nach hinten und zur Seite. Festhalter werden im Kampf genutzt, um den Gegner mit dem Rücken auf dem Boden zu fixieren. Hebel und Würger sollen den Gegner durch Schmerzwirkung beziehungsweise durch verminderte Versorgung des Gehirns durch Sauerstoff zur Aufgabe zwingen.

Die Techniken werden Schritt für Schritt erlernt. Hierfür sorgt das System der Gürtel mit den korrespondierenden Prüfungen zur Erlangung des nächst höheren Gurts. Im Laufe eines Judolebens lernt der Judoka somit eine Reihe von Techniken, die ihn zum einen in die Lage versetzen, seinen Gegner in einem Kampf zu besiegen und die zum anderen seinen Geist und Körper fordern und fit halten.

Der Schwerpunkt des modernen Judosports liegt in der sportlichen Ertüchtigung und nicht unbedingt in der Selbstverteidigung. Jigoro Kano sagte, dass Judo vor allem dazu dienen soll, durch das Training von Angriffs- und Verteidigungsformen Körper und Geist zu stärken.

Die Judo-Techniken lassen sich grob in 3 Grundtypen einteilen:

Wurftechniken (Nage-waza)

Wurftechniken werden angewandt um den Partner vom Stand in die Bodenlage zu bringen. Es existiert eine Vielzahl von Möglichkeiten dieses Ziel zu erreichen. Dabei reicht die Auswahl vom einfachen Bein stellen (O-soto-otoshi) bis hin zu spektakulären Aushebern (Kata-guruma) oder auch dem klassischen Überkopfwurf (Tomoe-nage), der in vielen Hollywood Actionfilmen wiederzufinden ist. Man unterteilt die Techniken in folgende Untergruppen

Koshi-waza (Hüftwürfe) Die eigene Hüfte wird unter den Schwerpunkt (Hüfte) des Partners gebracht. Die Beinstreckung bewirkt den Gleichgewichtsverlust des Partners

Te-waza (Hand- und Armwürfe) Diese Gruppe hat gemeinsam, dass die Wurftechnik ein spezielles Zupacken mit den Händen und werfen ausschließlich mit den Händen (Bsp. Te-guruma)

Ashi-waza (Bein- und Fußwürfe) Beinwürfe werden wiederum in Sichel- und Fegetechniken unterschieden. Erstere greifen das Standbein des Partners an und entziehen im so das Gleichgewicht. Bei den Fegetechniken hingegen wird das unbelastete Bein angehoben und dem Partner die Möglichkeit sich mit diesem abzustützen genommen

Yoko-sutemi-waza (Opferwürfe/Selbstfaller zur Seite) Durch die Aufgabe des eigenen Stands erzielt man einen Schwung der sich ausnutzen lässt, um den Partner zu Boden zu werfen. Dabei wirft man den Partner zur Seite

Ma-sutemi-waza (Opferwürfe/Selbstfaller nach hinten) Im Unterschied zu den Yoko-sutemi-waza wird der Partner nicht zur Seite, sondern über den eigenen Körper hinweg geworfen.
Des Weiteren werden die Wurftechniken in der Gokyo (den 40 traditionellen Würfen) in 5 Gruppen nach ihrer Komplexität aufgeteilt. Gut ausgeführte Wurftechniken benötigen wenig Kraft zur Ausführung, da sie den Schwung und die Bewegung des Partners geschickt ausnutzen. Ein Kind kann im Prinzip einen Erwachsenen werfen. Aus diesem Grund übersetzt man Judo auch mit den Worten „Der sanfte Weg“.

Ukemi-waza (Falltechniken) Um sich bei den Würfen nicht zu verletzen, müssen alle Judoka Falltechniken erlernen. Dabei werden Methoden geübt, so zu fallen, dass man sich dabei nicht verletzt. Fallen wird nach allen Seiten trainiert: Seitwärts, rückwärts und nach vorne. Die Falltechnik vorwärts ist auch als „Judorolle“ bekannt. Träger höherer Gürtelgrade trainieren sie als „freien Fall“ in der Luft. Ähnliche Falltechniken finden sich bei allen anderen Kampfsportarten, die Wurftechniken kennen, wieder. Häufig sind nur Details, wie z.B. das anschließende Aufstehen oder die Art und Weise, sich nach dem Fall vor weiteren Angriffen des Partners zu schützen anders. So stehen Judoka bei der Fallschule vorwärts in Laufrichtung auf, Ju-Jutsuka aber drehen sich noch im Aufstehen herum, um den Angreifer sofort wieder im Blick zu haben.

Wurftechnik

Haltetechniken (Katame Waza)

Osae-komi-waza (Festhaltetechniken) Mit Haltetechniken wird der geworfene Partner in der Rückenlage am Boden fixiert. Werden sie gut ausgeführt, ist es selbst mit speziellen Befreiungstechniken sehr schwierig, aus diesen zu entkommen. Man teilt die Haltetechniken in vier Gruppen ein: Kesa-gatame, Yoko-shiho-gatame, Kami-shiho-gatame und Tate-shiho-gatame.

Kansetsu-waza (Hebeltechniken) Hebeltechniken werden im Judo nur auf den Ellenbogen angewandt. Dabei wird kontrolliert Druck auf das Gelenk aufgebracht und zugleich der Partner fixiert. Die Bewegung entgegen der anatomisch vorgesehen Bewegungsrichtung führt zu einem stechenden Schmerz, welcher den Partner zur Aufgabe zwingt. Das signalisiert er durch Abklopfen, also dem Klopfen mit der flachen Hand auf die Matte oder auf den Partner oder durch rufen von „Maitta“, wenn man z.B. keine freie Hand hat. Man unterscheidet zwei Arten von Hebeltechniken: Streckhebel (Gatame-Gruppe) oder Beugehebel (Garami-Gruppe). In anderen Sportarten, z.B. Ju-Jutsu werden Hebel auch gegen die Beine, Handgelenk und Nacken ausgeführt. Aus Sicherheitsgründen ist das beim Judo verboten. Obwohl diese Technikgruppe gefährlich klingt, gibt es dabei keine Verletzungen: Erfahrene Judoka wissen, wie weit sie gehen dürfen – sowohl im Versuch, sich aus einem Hebel herauszuwinden als auch beim Hebeln.

Shime-waza (Würgetechniken) Bei den so genannten „Würgern“ wird mit speziellen Techniken mit den Händen oder den Unterarmen Druck auf die seitlich des Kehlkopfes verlaufende Halsschlagader ausgeübt. Durch die daraus resultierende Minderversorgung des Gehirns mit Sauerstoff entsteht beim Gewürgten der Eindruck, zu wenig Luft zu bekommen. Andere Techniken, (Hadaka-Jime) greifen die Luftröhre an und hindern so den angegriffenen am Atmen. Daher werden diese Techniken als Würgetechniken bezeichnet.
Auch hier wird durch Abschlagen aufgegeben. Im Wettkampf lassen sich Würger häufig wesentlich schlechter platzieren als Hebel- oder Haltetechniken, da sich der Hals mit den eigenen Händen bzw. Unterarmen gut schützen lässt.

Haltetechnik

Schlagtechniken (Ate-Waza/Atemi-Waza)

Heutzutage werden sie nur noch in den Kata weitergegeben und sind das Erbe aus dem japanischen JuJutsu. Manche Vereine lehren sie noch im Rahmen der Selbstverteidigung.

Ude-Ate-Waza (Armtechniken)

Fingerspitzentechniken:Yubisaki-Ate-Waza
Faustknöcheltechniken: Kobushi-Ate-Waza
Handkantentechniken: Tegatana-Ate-Waza
Ellenbogenspitzentechniken: Hiji-Ate-Waza

Ashi-Ate-Waza (Beintechniken)

Kniespitzentechniken: Hizagashira-Ate-Waza
Fussballentechniken: Seikito-Ate-Waza
Fersentechniken: Kakato-Ate-Waza

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